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Vom Sager zum Frager»

Fussballspezialist Fritz Schmid bei den Supportern des FC Windisch

(mw) – Der in Windisch aufgewachsene Trainer, Coach und Berater hatte mit seinem lehrreichen Vortrag ein Heimspiel, befanden sich doch im Publikum diverse ihm vertraute Gesichter.

Der 52jährige, heute in Oberrohrdorf wohnende Fritz Schmid ist ein echtes Multitalent. Er kann auf eine vielseitige Tätigkeit als Fussballer (anfänglich als Junior beim FC Windisch, später bis zu seiner Verletzung bei GC), Bezirksschullehrer, Sportinstruktor, Trainer (unter anderem beim FC Basel, FC Zürich, GC Zürich), Berater, Ausbildner und Referent für UEFA, FIFA, SFV sowie weitere Organisationen im In- und Ausland zurückblicken. Zudem war er Fussballredaktor, schreibt heute noch Reportagen in Zeitschriften und Magazinen und hat sich 2010 mit seiner Firma Pure-Coaching selbstständig gemacht. Sein kürzlich im Verlag Friedrich Reinhardt in Basel erschienenes Buch «Vom Sager zum Frager – über Chaos und Selbstorganisation im Fussball» befasst sich mit neuen Tendenzen im Training und auf dem Spielfeld und untersucht mögliche Erfolgsfaktoren.

Nicht bloss schleifen sondern mündige Spieler heranbilden. Im Clubhaus im Dägerli konnte Fritz Schmids Vater, der gleich wie sein Sohn heisst und Präsident der rund 60 Mitglieder zählenden Supporter-Vereinigung des Fussballclubs Windisch ist, gut drei Dutzend interessierte Gäste be-grüssen. Anschliessend bot der Referent unter Bezugnahme auf sein Buch und mithilfe von Videoaufnahmen interessante Hinweise, welche zur Gestaltung zeitgemässer und von Erfolg gekrönter Matchvorbereitungen beitragen könnten. Eine Kernaussage lautete, dass der Trainer statt als reiner Überwacher und Befehlsgeber («Sager») als aufmerksamer Betreuer («Frager») wirken sollte, der die Spieler kompetent berät und ihnen die nötige Eigenverantwortung und Individualität auf dem Platz zugesteht. Mit Hilfe der heutigen hochtechnologischen Methoden lässt sich zwar jede Bewegung der Akteure auf dem Feld im Nachhinein dreidimensional aus allen Perspektiven verfolgen und analysieren, aber die Fülle der für Trainer, Wissenschafter, Statistiker, Psychologen zur Verfügung stehenden Informationen kann auch des Guten zu viel werden. (Zitat: «Wer viel misst, misst auch Mist.») Ein modernes Training konzentriert sich nicht auf das Einschleifen und den blossen Zusammenbau separat betriebener Übungseinheiten, sondern integriert relevante Komponenten wie Kondition, Balltechnik, Taktik, Kreativität und Persönlichkeitsbildung in einen gesamtheitlichen Ansatz. Ziel ist der im Matchgeschehen weitgehend selbstständig und somit mündig handelnde Spieler. In der abschliessenden Diskussionsrunde kamen Themen wie Trainingsgestaltung, Trainerauswechslungen nach schlechten Mannschaftsleistungen und den Einfluss von Schiedsrichterentscheidungen auf den Matchausgang zur Sprache.

Vater und Sohn Fritz Schmid mit Juniorenobmann

Kurt Dreier, dem seinerzeit ersten Trainer des Referenten (von links) 

 

 

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